Die Geschichte der Dessous
Die Geschichte der Dessous beginnt eigentlich schon im Altertum – und zwar mit dem Lendenschurz. Vielleicht war ein Lendenschurz nicht gerade erotisch, doch er war durchaus nützlich. Im alten Griechenland trug man den Chiton. Hier war man der Zeit schon weit voraus, denn dieses Unterkleid war sozusagen „unisex“ und wurde von Männlein und Weiblein gleichermaßen getragen. Allerdings trugen die Griechinnen unter dem Chiton noch ein Brustbinde, die sogenannte Strophium – sie diente dazu, die Brust besser zur Geltung zu bringen. Doch dies war auch ein Vorreiter unseres BHs, denn das Strophium sorgte auch für den richtigen Halt der Brust. Auch die römischen Frauen trugen eine Brustbinde, die Fascia. Im Gegensatz zu den heutigen Vorlieben der meisten Männer, waren in dieser Zeit kleine Busen hoch im Kurs und so banden sich die Römerinnen ihre Brust ab. In dieser Zeit finden wir auch den ersten Slip, dieser war aber nur den reichen Römerinnen vorbehalten. Um die Zeit der Renaissance war die Geburtsstunde der Schnürbrust (Vorreiter des Korsetts) und des Korsetts. Im 19. Jahrhundert gehörte heftiges Schnüren der Vergangenheit an, denn nun trug die Damenwelt Mieder, das bequemer war, als das Tragen einer Schnürbrust.
Um die Jahrhundertwende kam der erste Büstenhalter an den Start, aber nicht nur dieser revolutionierte den Wäschebereich, auch der Hüftgürtel und das Strumpfband kamen auf den Wäschemarkt. Um 1920 war die Zeit der langen Unterwäsche endgültig vorbei und endlich kam auch Farbe mit ins Spiel – bis dato war Wäsche nämlich nur in Weiß erhältlich. Durch die Entwicklung der Lastexfaser war man nun auch in der Lage, BHs in den vielen unterschiedlichen Körbchen und Größen herzustellen. Ende der 30iger Jahre entstanden dann die ersten trägerlosen Corselets. Mitte der 60iger wurde der BH dann noch mal aus den weiblichen Wäscheschränken verbannt und für kurze Zeit gab sich Frau wieder dem Freiheitsgefühl „oben ohne" hin. Dies war die Geburtsstunde der eigentlichen Dessous, es entstand ein BH, der nur aus Nylon und Tüll bestand. Die Höschenmode wurde dann in den 70iger Jahren merklich knapper und flippiger. In den 80igern liebte man es noch immer wild und extravagant – drunter, wie drüber. Dieser Trend wandelte sich erst in den 90iger, die Dessousmode wurde wieder dezenter und strahlte einen Hauch von Luxus aus.